Das Projekt „Darts für alle: Förderung von Inklusion und Diversität im Dartsport durch digitale Aktivitäten“ (DIGIDARTS)

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Das Projekt „Darts für alle: Förderung von Inklusion und Diversität im Dartsport durch digitale Aktivitäten“ (DIGIDARTS) digidarts.org – digidarts, gefördert durch das Erasmus+-Sportprogramm und seit Februar 2024 laufend, hatte die Förderung von Inklusion im Dartsport zum Ziel – insbesondere für benachteiligte oder unterrepräsentierte Gruppen wie Frauen, Jugendliche und Athletinnen und Athleten im Paradarts-Bereich.

Zu den Partnern des DIGIDARTS-Projekts gehören:

                •             Ankara Üniversitesi (Türkei)
                •             Rumänischer Dartverband Start - FRD
                •             Ungarischer Dartverband - MDS
                •             Österreichischer Dartverband - ÖDV
                •             Pilufelag Fatladra – Verband für Dartsport für Menschen mit Behinderungen in Island

Innerhalb dieses internationalen Projekts übernahm jedes Land spezifische Verantwortlichkeiten. Der Österreichische Dartverband (ÖDV) spielte dabei eine aktive Rolle und trug zur Weiterentwicklung des Dartsports durch Digitalisierung, Sportbildung und gleichberechtigten Zugang zu Wettkämpfen bei. Ziel des Projektes war es vor allem einen Rahmen zu schaffen, in dem Darts für alle zugänglich ist – unabhängig von Geschlecht, Alter, Behinderung oder sozialem Kontext –, indem gezielte Initiativen umgesetzt und Veranstaltungen in Rumänien organisiert wurden.

 

DIGIDARTS-Dokumentation – Inklusion durch authentische Geschichten

Eines der wichtigsten Ergebnisse des Projekts war die Produktion der DIGIDARTS-Dokumentation, die als Lehrmittel konzipiert wurde. Die Dokumentation präsentiert nicht nur die durchgeführten Aktivitäten, sondern erzählt die Geschichte des Dartsports anhand realer Erlebnisse und unterschiedlicher Perspektiven. Sie ist chronologisch und thematisch aufgebaut und zeichnet die Entwicklung des Dartsports von seinen Anfängen als Freizeitspiel bis zu seinem heutigen Status als international etablierte Sportart nach.

Die Produktion der Dokumentation umfasste mehrere hundert Stunden Recherche, die Auswahl von Archivmaterial, Interviews sowie umfangreiche Dreharbeiten. Dabei wurde stets auf historische Genauigkeit, eine ausgewogene Darstellung der Perspektiven und eine hohe Verständlichkeit für die breite Öffentlichkeit geachtet. Um ein professionelles Qualitätsniveau zu gewährleisten, wurde ein auf audiovisuelle Produktionen spezialisiertes Unternehmen mit Schnitt, Ton und visueller Gestaltung beauftragt.

Die Dokumentation ist in vier zentrale Themenbereiche gegliedert: die Entwicklung des Dartsports, die Förderung und Etablierung des Frauendarts, die Einbindung junger Menschen und deren Ausbildungswege sowie die Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Durch die Stimmen von Athletinnen und Athleten, Schiedsrichtern, Funktionären und institutionellen Führungskräften ist dieses Werk zum wichtigsten Vermächtnis des DIGIDARTS-Projekts geworden und besitzt einen hohen Bildungs- und Inspirationswert für die Zukunft.

Ein weiterer Meilenstein des DIGIDARTS-Projekts war die Organisation des DIGIDARTS – Challenge Through Darts Transnational Darts Festival, das am 25. Januar 2025 im Rahmen des Romanian Darts Festival stattfand.

Das Turnier diente als praktische Demonstration des digitalen DIGIDARTS-Ökosystems. Hauptziele waren die Erleichterung des internationalen Zugangs und der Teilnahme, die Förderung moderner Organisationsstrukturen sowie die Sicherstellung von Transparenz im Wettbewerbsablauf.

Alle Spiele wurden über DartConnect, die offizielle Score-Plattform, auf Tablets verwaltet. Dies ermöglichte die Ergebniserfassung in Echtzeit, die automatische Verwaltung der Spieltafeln sowie die sofortige Anzeige der Resultate. Dieser digitale Ansatz steigerte die organisatorische Effizienz und trug maßgeblich zu Fairness und Transparenz bei.

Durch die Anbindung von DartConnect an die Online-Umgebung konnten die Ergebnisse weltweit verfolgt werden. Zudem wurden ausgewählte Spiele per Livestream auf dem YouTube-Kanal „DigiDarts 2024“ übertragen, was die internationale Sichtbarkeit sowohl der Athletinnen und Athleten als auch des Projekts deutlich erhöhte.

Der Wettbewerb brachte 341 Athleten aus 26 Ländern zusammen, aufgeteilt in die Kategorien:

                •             Männer (270 Teilnehmer),
                •             Frauen (55 Teilnehmer) und
                •             Jugend (16 Teilnehmer).

Storytelling – die menschliche Dimension des Projekts

Der Rumänische Dartverband hatte die Verantwortung für den Storytelling-Aspekt des DIGIDARTS-Projekts. Dieses Element vermittelte die Botschaft, dass es im Dartsport nicht nur um Ergebnisse und Ranglisten geht, sondern vor allem um Menschen, Geschichten und individuelle Lebenswege.

Storytelling wurde gezielt als Instrument eingesetzt, um Daten und Projektergebnisse in verständliche und einprägsame Botschaften zu übersetzen. Ursprünglich umfasste das Konzept Interviews mit Ikonen des Dartsports, darunter:

                •             Deta Hedman, eine der bedeutendsten Spielerinnen in der Geschichte des Frauendarts,

https://youtu.be/eCY9XPUc8UU

                •             Neill Duff, WDF-Weltmeister und Beispiel für einen unkonventionellen Karriereweg.

https://youtu.be/znqjzG0dH1k

Im weiteren Projektverlauf wurde das Konzept erweitert und bezog zusätzlich ein:

                •             aktive Spielerinnen und Spieler sowie Nachwuchsathleten,
                •             Schiedsrichter und Offizielle,
                •             Verbandsvertreter,
                •             Führungskräfte des Weltdartsverbands,
                •             Perspektiven zur Digitalisierung und zur Rolle von DartConnect.

Diese Komponente verlieh dem Projekt zusätzliche Authentizität und Tiefe und beleuchtete die Realität hinter den Wettkämpfen. Die in Rumänien geführten Interviews sowie jene im Rahmen internationaler Wettbewerbe ergänzten die europäische Perspektive des Projekts. Storytelling wurde so zu einem wirkungsvollen Instrument der Aufklärung und Sensibilisierung – sowohl für die breite Öffentlichkeit als auch für die Sportwelt. Mit diesem Ansatz demonstrierte die FRD ihre Offenheit für Transparenz, Dialog und die Förderung menschlicher Werte im Sport.

Das am 4. Mai 2025 ausgetragene Turnier „Play Apart Together“ stellte ein konkretes Beispiel für Innovation im Wettkampfbetrieb dar. Der Wettbewerb umfasste Vorrunden in fünf Ländern: Österreich, Türkei, Ungarn, Rumänien und Island. Im Anschluss qualifizierten sich jeweils drei Vertreterinnen oder Vertreter pro Land für die Online-Phase, in der sie im K.-o.-System über die DartConnect-Plattform gegeneinander antraten.

Die Veranstaltung ermöglichte Athletinnen und Athleten aus verschiedenen Ländern eine standortunabhängige Teilnahme durch den Einsatz digitaler Lösungen zur Ergebnisvalidierung, Kommunikation und Erstellung der Endwertung.

Das Turnier zeigte, dass das Hybridformat funktional, fair und übertragbar ist – insbesondere für Athletinnen und Athleten mit Mobilitätseinschränkungen. Die erzielten Ergebnisse, darunter die Podiumsplatzierung eines rumänischen Athleten, bestätigten die Zukunftsfähigkeit dieses Formats.

DIGIDARTS-Frauenturniere – Engagement für Chancengleichheit

Das DIGIDARTS-Hybridturnier der Frauen unterstrich das klare Engagement des Projekts für Chancengleichheit. Im Rahmen des DIGIDARTS-Erasmus+-Sportprojekts organisierte und koordinierte der Rumänische Dartverband das Hybridturnier „Women Players in Darts“.

Athletinnen aus Österreich, Rumänien, Ungarn, Island und der Türkei nahmen an diesem Wettbewerb teil. Das flexible Format ermöglichte eine Teilnahme unabhängig von beruflichen und familiären Verpflichtungen. Das hohe sportliche Niveau sowie die erzielten Ergebnisse bestätigten die Bedeutung und Notwendigkeit der Fortführung solcher Initiativen für den Frauendartsport.

Zita Kayser sicherte sich in diesem Hybridturnier einen hervorragenden 3. Platz. Ihren Weg auf das Podium begann sie im nationalen Qualifikationsturnier im Dart- und Freizeitclub Relax One, wo sie sich souverän gegen Jasmin Schnier durchsetzte. Anschließend bewies sie auch international Nervenstärke und eliminierte im Online-Match Snædis Gudjonsdottir aus Island.

Erst im Halbfinale musste sie sich nach einem spannenden Match knapp mit 1:2 der Rumänin Oana Ciompoca geschlagen geben, die später das Finale gegen ihre Landsfrau Oana Tapu für sich entschied.

https://youtu.be/C9FmnEDrPXA?si=Rj7K74ccbTqJE-z5

https://tv.dartconnect.com/event/mt_5x28rd_126/brackets/166222

https://www.youtube.com/live/RJ03Z-xWiU4?si=yZIzwLAQ3Go6jr3c

Die in diesem Turnier gezeigten Leistungen setzten Maßstäbe für den Damen-Dartsport und bestätigten sowohl die Effizienzes des Hybridformats als auch die Bedeutung gezielter Fördermaßnahmen für die Beteiligung von Frauen am Dartsport.

 

Als Abschluss der Digidarts-Aktivitäten in diesem Erasmus Plus Projekt hat der Österreichischer Darts Verband (ÖDV) die Abschlussveranstaltung in Wien ausrichten dürfen. Einen ganzen Tag lang haben im Zuckerkandlsaal der Kulturgarage Aspern in der Seestadt in Wien die Partner und Projektleiter nochmals alles vorgestellt und zusammengefasst, was das projekt Digidarts2024 zwei Jahre lang ausgemacht hat. Begleitet von einem Videoteam und ergänzt um Interviews der handelnden Personen gab es so ein würdiges Abschlussvideo: https://www.youtube.com/watch?v=bVzU4sJ0G-0

Im Anschluss war der ÖDV auch Gastgeber einer Talkrunde zum Thema "Policies, challenges and potentials of darts in Europe": In professionellem SetUp mit unserem Partner von streamster.tv haben wir im Studio in der Südstadt rund 90 Minuten mit Experten aus ganz Europa geführt, um herauszufinden, wie es eigentlich auf sportpolitischer Ebene um Darts in Europa und der Welt bestellt ist.

https://streamster.tv/events/darts-talk-runde-2025/ oder https://www.youtube.com/watch?v=bFvJOVsE7qY

Was DIGIDARTS verändert hat

Die Auswirkungen des DIGIDARTS-Projekts zeigen sich in mehreren konkreten Entwicklungen.

- Erstens gewann der Frauendartsport deutlich an Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit durch die Organisation spezieller Hybridturniere sowie durch erfolgreiche Modelle wie die internationale Teilnahme rumänischer Spielerinnen.

- Zweitens wurden junge Menschen durch Schulaktivitäten und die Integration von Jugendkategorien in zukünftige digitalisierte Wettbewerbe in einen klaren Bildungs- und Entwicklungsweg eingebunden. Dies trug dazu bei, die Wahrnehmung von Darts zu verändern – von einer reinen Freizeitsportart hin zu einer Sportart mit pädagogischem Mehrwert.

- Drittens ebnete das Projekt den Weg für einen strukturierteren Ansatz im Paradarts-Bereich, indem Hybridformate, digitaler Zugang und anpassungsfähige Wettbewerbsmodelle gefördert wurden. Auch wenn dieser Prozess noch nicht abgeschlossen ist, legte DIGIDARTS den Grundstein für einen nachhaltigen Mentalitätswandel auf institutioneller Ebene.

Nicht zuletzt veränderte das Projekt die Sichtweise der beteiligten Dartverbände auf die zukünftige Entwicklung des Sports und verlagerte den Fokus hin zu langfristigen Strategien mit den Schwerpunkten Inklusion, Bildung und Nachhaltigkeit.

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